Die fliegenden Untertassen existieren



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Die fliegenden

Untertassen existieren



Donald E. Keyhoe



1950

























Vorbemerkung des Verlags (1950):

Donald E. Keyhoe, der hier über seine Untersuchung der fliegenden Untertassen berichtet, schreibt mit zwanzigjähriger Erfahrung in der Beobachtung flugtechnischer Entwicklungen. Ein Absolvent der US Naval Academy [Marine-Akademie] in Annapolis [Bundesstaat Maryland], war er Pilot beim Marine Corps, organisierte den historischen Flug von Bennett und Byrd zum Nordpol, war Berater von Charles Lindbergh nach dessen berühmten Paris-Flug und war Leiter des Informationsbüros der Luftfahrtabteilung des Handelsministeriums [aus der später die Bundesluftfahrtbehörde wurde].







Aus dem Amerikanischen übertragen

von

Brigitte Wilcke, M.A./Sandra Poeckh

(2007)



[Hinweis: Eckige Klammern kennzeichnen immer Zusätze d. Übers.]




Vorbemerkung des Autors

Am 27. April 1949 stellte die US Air Force [Luftwaffe] in der Vorläufigen Studie ihres Projektes "Untertasse" fest:

Die bloße Existenz einiger bisher unidentifizierter fliegender Objekte macht eine konstante Wachsamkeit des Personals des Projektes ‘Untertasse’ sowie der zivilen Bevölkerung notwendig.

Antworten ergeben sich durch solche Faktoren wie Aktivitäten im Rahmen der Lenkwaffenraketen-Forschung, Ballons, astronomische Phänomene … Aber es gibt noch immer Fragezeichen.

Es ist ebenso in Betracht gezogen worden, daß die Untertassen ausländische Flugkörper sein könnten … Jedoch die Atomenergieanlagen-Forschung in unserem Land läßt die irdische Existenz von Maschinen, die klein genug sind, um die Untertassen anzutreiben, als ‚höchst unwahrscheinlich’ erscheinen.

Intelligentes Leben auf dem Mars … ist nicht unmöglich, jedoch völlig unbewiesen. Die Möglichkeit intelligenten Lebens auf dem Planeten Venus wird von den Astronomen nicht als vollkommen unrealistisch betrachtet.

Die Untertassen sind keine Scherze. Ebenso wenig sind sie Anlaß, alarmiert zu sein.“

Am 27. Dezember 1949 leugnete die Air Force (Pressemitteilung 629-49) die Existenz der fliegenden Untertassen.

Am 30. Dezember 1949 gab die Air Force Teile des Abschnitts „Zusammenfassung“ eines geheimen Projekt-„Unter­tasse“-Abschlußberichtes gegenüber Pressevertretern in Washington preis. Der offizielle Bericht stellte fest:

Es wird niemals möglich sein, mit Sicherheit zu sagen, irgendein Individuum habe kein Raumschiff oder keine Feindrakete oder irgendein anderes Objekt gesehen.“

Die Motive möglicher Besucher aus dem All diskutierend, stellt der Abschlußbericht ebenfalls fest:

Eine solche Zivilisation könnte beobachten, daß wir auf der Erde nun Atombomben haben und zügig Raketen entwickeln. Mit Blick auf die Vergangenheit der Menschheit sollten sie wohl alarmiert sein. Gerade in der Gegenwart sollten wir daher solcher Besuche gewärtig sein."

(Der [Vorläufige] Projekt-“Untertasse”-Abschlußbericht vom 27. April stellte fest, daß Raumfahrt außerhalb des Sonnensystems so gut wie sicher ist.)

Am 22. Februar 1950 leugnete die Air Force wiederum die Existenz der fliegenden Untertassen. An demselben Tag wurden zwei über der Navy-Flugbasis Key West gemeldete Untertassen per Radar erfaßt; laut Beschreibung manövrierten sie mit großer Geschwindigkeit 75 km über der Erde. Die Air Force lehnte einen Kommentar ab. [Navy: Marine]

Am 9. März 1950 wurde eine große metallische runde Scheibe [engl. disc] von F-51- und Düsenkampfflugzeugen verfolgt und von einer großen Anzahl Air Force-Offizieren in Wright Field, Dayton/Ohio beobachtet. Am 18. März leugnete ein Air Force-Sprecher erneut, daß die Untertassen existieren, und hob besonders hervor, daß es sich nicht um amerikanische Lenkraketen oder Weltraumerkundungsgeräte handelte.

Ich habe alle Air Force-Untertassenberichte der letzten drei Jahre sorgfältig geprüft. Während des vergangenen Jahres habe ich an einer speziellen Untersuchung des Rätsels der fliegenden Untertassen teilgenommen.

Ich glaube, daß die Air Force-Äußerungen, so widersprüchlich, wie sie erscheinen, Teil eines komplizierten Programms sind, Amerika - und die Welt - auf das Geheimnis der runden Scheiben vorzube­rei­ten.

.1Kapitel

Es war ein merkwürdiger Auftrag.

Ich nahm das Telegramm von meinem Schreibtisch und las es zum drittenmal.

"New York., N.Y., 9. Mai 1949 - Untersuche das fliegende-Untertassen-Rätsel. Erster Hinweis deutete gigantischen Schwindel an zwecks Verschleierung eines offiziellen Geheimnisses. Könnte lanciert sein, um wirkliche Erklärung zu verdecken. Sieht nach einer brisanten Geschichte aus, können Sie in Washington recherchieren? Ken W. Purdy, Herausgeber, True-Magazin."

Ich sah auf den Potomac [Fluß] hinaus, und mir kam die erste Untertassen-Story in den Sinn. Als Pilot war ich skeptisch gewesen, was die fliegenden Untertassen betraf. Dann trudelten Sichtungsberichte von Piloten der Air Force und der zivilen Luftfahrt ein. Offenkundig alarmiert, hatte die Air Force Kampfflugzeuge beauftragt, die dahin­flit­zen­den Untertassen zu verfolgen. In einer mysteriösen Jagd wurde ein Pilot getötet, und sein Tod blieb ungeklärt. Dies war vor siebzehn Monaten [Januar 1948]. Seitdem wurde das Rätsel der fliegenden Untertassen hinter einem Vorhang von Geheimniskrämerei seitens der Air Force versteckt.

Und nun dieser fliegende-Untertassen-Auftrag vom True-Magazin.

Vierundzwanzig Stunden später war ich in Ken Purdys Büro.

„An dieser Sache habe ich Leute zwei Monate lang arbeiten lassen”, sagte er. „Ich sollte Sie warnen - es ist eine harte Nuß zu knacken.“

„Sie meinen, es handelt sich um russische Raketen?” fragte ich ihn. „Oder ein Geheimprojekt der Air Force?”

„Wir hatten mehrere Antworten. Keine hielt stand. Aber ich bin sicher, eine wurde absichtlich lanciert, als man herausfand, daß wir hinter der Sache her waren.“

Er erzählte mir die ganze Geschichte der Arbeit, die von den True-Mitarbeitern geleistet worden war, und von den Sichtungsberichten, die von kompetenten Autoren eingesandt wurden. Je tiefer er in das Rätsel eintauchte, desto gefesselter war er. Je mehr ich über die fliegenden Untertassen erfuhr, desto weniger kannte ich mich aus.

„Da gibt es einen Aspekt, den ich noch einmal überprüft haben möchte”, sagte Purdy. „Sie haben von der Mantell-Geschichte gehört?“

Ich nickte.

„In Ordnung. Versuchen Sie, die Einzelheiten des Funkverkehrs Mantells mit der Godman-[Air Force Base]-Flugüberwachung zu bekommen. Bevor er getötet wurde, beschrieb er das Ding, das er jagte - soviel wissen wir. Projekt ‚Untertasse’ gab eine Andeutung heraus, aber sie haben das Funkprotokoll niemals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Hier ist eine andere heiße Spur: Sehen Sie zu, ob Sie irgend etwas über ein geheimes Bild herausbekommen können, das in Harmon Field in Neufundland geschossen wurde - es war ungefähr Juli 1947. Was ich sonst noch erfahre, werde ich Ihnen mitteilen.“

Bevor ich ging, wünschte Purdy mir Glück und sagte, daß er eng mit mir zusammenarbeiten würde.

„Aber seien Sie auf der Hut vor falschen Spuren“, sagte er. „Sie werden wahrscheinlich auf Leute im Pentagon stoßen, die inoffiziell mit Ihnen reden wollen. Dies legt einem Autor Fesseln an. Passen Sie auf, daß man Sie nicht auf einen Holzweg führt. Sogar die Air Force-Äußerungen und der Projekt "Untertasse"-Abschlußbericht widersprechen einander.“

Sechs Monate lang arbeitete ich mit anderen Ermittlern an der Lösung des Rätsels der runden Scheiben. Wir prüften hundert Sichtungsberichte und stießen dabei häufig auf die Spuren des Projekt "Untertasse"-Teams und von FBI-Agenten. Alte Berichte gaben uns phantastische Anhaltspunkte; so auch Air Force-Pläne für die Raumforschung; Raketenexperten, Astronomen, Air Force-Angehörige und Piloten teilten uns Dinge mit, die eine erstaunliche Lösung anzeigten. Viele intelligente Personen - inklusive Wissenschafter - glauben, daß die Untertassen Spione von anderen Planeten beherbergen.

Als diese erste Phase beendet war, wurden wir mit einer harten Entscheidung konfrontiert. Wir hatten wichtige Fakten aufgedeckt. Wir wußten, die Untertassen waren eine Realität. Wenn die Sache sorgfältig behandelt wurde, so glaubten wir, würde die Story zu einer geheimen Air Force-Politik passen.

Schließlich wurde entschieden, bestimmte alternative Schlußfolgerungen zu veröffentlichen. Die Air Force wurde über Trues Absichten informiert, und es wurde kein Versuch gemacht, die Publikation zu blockieren. In der Januar-True-Ausgabe von 1950 [erhältlich bereits am 26. Dez. 1949] berichtete ich, daß wir zu folgenden Ergebnissen gekommen waren:

1. Die Erde ist periodisch von Besuchern anderer Planeten beobachtet worden.

2. Diese Beobachtung wurde in den letzten zwei Jahren bemerkenswert intensiviert.

Die einzige andere mögliche Erklärung“, schrieb ich, „ist, daß die extrem schnell und weit fliegenden Untertassen hier auf der Erde entwickelte Flugkörper sind. Solch ein Fortschritt (den die Air Force bestreitet) würde einen fast unglaublichen Sprung in der technischen Entwicklung sogar für die amerikanische Wissenschaft bedeuten.“

In der ganzen Nation folgten Presse- und Radiokommentare auf das Erscheinen des Artikels. Diese Publizität war offenkundig größer, als die Air Force es erwartet hatte. Innerhalb von vierundzwanzig Stunden wurde das Pentagon mit Telegrammen, Briefen und Ferngesprächen überflutet. Da die Air Force offensichtlich eine Panik befürchtete, ließ sie hastig verlauten (Pressemitteilung 629-49 vom 27. Dezember [siehe Vorbemerkung]), daß Untertassenberichte - sogar die von ihren eigenen Piloten und hochrangigen Offizieren - auf Irrtümern oder Hysterie basierten.

Jedoch drei Tage später [am 30. Dez. 1949], als klar war, daß viele Amerikaner Trues Enthüllungen akzeptiert hatten, veröffentlichte die Air Force ein geheimes Projekt-„Untertasse“-Dokument [siehe Vorbemerkung], das folgende bedeutsame Äußerung enthielt:

Es wird niemals möglich sein, mit Sicherheit zu sagen, daß irgendein Individuum ein Raumschiff, eine Feindrakete oder ein anderes Objekt nicht gesehen hat.“

In demselben Dokument erscheint eine vertrauliche Analyse des Air Force-Geheimdienstes. Es ist diese „Zusammenfassung“, die die offizielle Erwägung der Motive der Besucher aus dem All enthält. Nach der Feststellung, daß eine solche Zivilisation offenkundig viel weiter fortgeschritten sein müßte als wir, wird hinzugefügt:

Da die am leichtesten aus der Distanz zu beobachtenden Aktivitäten der Menschheit Atombombenexplosionen sind, steht zu erwarten, daß es zwischen dem Zeitpunkt einer solchen Explosion, dem Zeitpunkt der Sichtung der Raumschiffe und der für ihren Hin- und Rückflug benötigen Zeitspanne einen Zusammenhang gibt.“

(In einem früheren Abschlußbericht [Vorläufige Untersuchung über fliegende Untertassen, 27. April 1949, siehe Vorbemerkung], der die Öffentlichkeit abwechselnd warnte und beruhigte, hatte die Air Force festgestellt, daß Raumfahrt außerhalb des Sonnensystems so gut wie sicher sei.)

Seit 1949 nahm die Anzahl der Untertassen-Sichtungen beständig zu. Die meisten der Berichte waren authentisch, was die Leugnungen der Air Force nicht widerlegen können. Im Januar wurden rätselhafte runde Scheiben über Kentucky, Indiana, Texas, Pennsylvania und mehrere andere Bundesstaaten gemeldet. Auf der Seattle-Anchorage-Route flog eine nächtliche fliegende Untertasse fünf Minuten lang neben einem Transportflugzeug her. Als der Pilot sich zu nähern versuchte, raste der seltsame Flugkörper mit irrsinniger Geschwindigkeit davon. Später berichtete der Geschäftsführer der Luftfahrtgesellschaft, daß Geheimdienstler den Piloten stundenlang befragt hatten.

„Deren Fragen nach zu urteilen", sagte er, „wußten sie ganz genau, was die Untertassen sind, das sage ich Ihnen. Einer gab es zu, aber mehr wollte er nicht sagen:"

Ein anderer merkwürdiger Vorfall ereignete sich in Tucson/Arizona am 1. Februar. Gerade setzte die Abenddämmerung ein, als ein seltsames, grell leuchtendes Objekt in Richtung Westen über die Stadt raste und Hunderte von Menschen in den Straßen in Erstaunen versetzte. Die Zeitung Daily Citizen brachte die Story am nächsten Tag mit einer zweireihigen Schlagzeile:

Fliegende Untertassen über Tucson?

B-29-Bomber verfehlt das Objekt

Fliegende Untertasse? Geheimes experimentelles Flugzeug? Oder vielleicht ein Erkun­dungsflugkörper vom Mars? Sicherlich entzieht sich das seltsame Fluggerät, das über Tucson in der Abenddämmerung einen Rauchschwanz hinter sich herzog, einer logischen Erklärung. Es war eine irritierende Erfahrung sowohl für kompetente Flieger als auch bodenständige Leute, die Schwierigkeiten haben, ein konventionelles Flugzeug zu identifizieren.

Wie eine Kanonenkugel schoß das grell leuchtende Objekt in ca. 9.000 m Höhe über den Himmel nach Westen, so schnell, daß es unmöglich war, einen klaren Eindruck von seiner Form oder Größe zu bekommen...

Als es seine vermutliche Höchstgeschwindigkeit erreichte, spuckte das Objekt hell gefärbten Rauch aus, aber fast direkt über Tucson schwebte es einige Sekunden auf der Stelle und blies zornig-schwarzen Rauch aus, der heller wurde, als die seltsame Rakete wieder Geschwindigkeit zulegte.

Der Funker der Flugsicherung der Davis-Monthan Air Force Base, nahm Kontakt auf mit Leutnant Roy L. Jones, der gerade in einem B-29-Bomber zu einem Flug über das Land aufstieg, und bat ihn, die Sache zu überprüfen. Jones ließ den Motor seines schnellen Luftkriegsgeräts aufheulen - aber der unbekannte Flugkörper entfernte sich immer weiter in Richtung Kalifornien.

Dr. Edwin F. Carpenter, Leiter der Abteilung für Astronomie an der Universität von Arizona, war sicher, daß das Objekt weder ein Meteor noch ein anderes natürliches Phänomen war...

Telefonzentralen bedrängt

Die Telefonzentralen des Sheriff-Büros von Pima County und der Tucson-Polizeistation wurden durch Anfragen blockiert. Hunderte sahen das Objekt. Tom Bailey, 1411 East 10th Street, dachte, es handele sich um ein großes Flugzeug, das Feuer gefangen hatte. (Eine spätere Prüfung ergab, daß kein Flugzeug vermißt wurde.) Er sagte, es schwankte von links nach rechts, als es die Berge überquerte. Bailey bemerkte auch, daß der Flugkörper über Tucson merklich langsamer wurde. Er sagte, der Rauch erschien als dünner, fast unsichtbarer Strom und gewann dann innerhalb von Sekunden an Substanz."

Dieser Vorfall hatte eine merkwürdiges Nachspiel am folgenden Tag [2. Febr.]. Die Bedeutsamkeit entging der Zeitung Daily Citizen nicht. Es wurde eine weitere Titel-Story gebracht mit der Schlagzeile:

"Was soll das heissen - nur Kondensstreifen?

Als ob sie unter Beweis stellen wollte, daß sie an den Hunderten himmelwärts gerichteter Tucson-Köpfe nicht schuld gewesen wäre, verbrachte die US Air Force gestern den Nachmittag stundenlang damit, Kondensstreifen am Himmel über der Stadt zu produzieren.

Diese Demonstration bewies zur Zufriedenheit der meisten in schlagender Weise, daß der seltsame Pfad schwarzen Rauchs, der am Mittwoch abend in der Dämmerung den Himmel durchzog, kein Kondensstreifen war und nicht von irgendeinem konventionellen Flugzeug stammte.

Das Spektakel Mittwoch nacht war vollkommen andersartig gewesen. Schwerer Rauch brodelte und wirbelte in einem breiten, schwarzen Band mit einer Mindestbreite von anderthalb Kilometern in einer schnurgeraden Linie über den Himmel. Da es keinen Beweis dafür gab, was diese fremdartige vorabendliche Manifestation verursacht hatte, und weil sogar Zeugen mit Expertenwissen unfähig waren, die Erscheinung zu erklären, bleibt die Sache ein Anlaß für interessante Spekulationen."

Es gibt starke Indizien dafür, daß diese Story absichtlich von den Nachrichtendiensten ferngehalten wurde. Die Associated Press [AP-Nachrichtenagentur] und andere Nachrichtendienste in Washington hatten keinen Bericht. Anfragen nach Einzelheiten durch Frank Edwards - Nachrichtenredakteur beim Mutual-Radiosender - und andere Radiokommentatoren stießen auf eine Mauer. Im Pentagon wurde mir gesagt, daß die Air Force keine Kenntnis der Sichtung oder des Kondensstreifen-Manövers hätte.

Am 22. Februar wurden zwei ähnliche glühende Objekte über der Boca Chica Navy-Flugbasis auf Key West gesehen. Ein Flieger, der zur Untersuchung in die Höhe geschickt wurde, hatte von vornherein keine Aussicht auf Erfolg, denn es war offenkundig, daß die Flugkörper sich in zu großer Höhe befanden. Im Stützpunkt verfolgten Radarbeobachter die Objekte, als sie einen Augenblick über Key West auf der Stelle schwebten. Es stellte sich heraus, daß sie sich mindestens fünfundsiebzig Kilometer über der Erde befanden. Nach ein paar Sekunden beschleunigten sie und rasten außer Sicht.

Am folgenden Tag [23. Februar] meldete Kommandant Augusto Orrego, ein chilenischer Navy-Offizier, daß Untertassen über seine Basis in der Antarktis geflogen waren.

„Während der hellen antarktischen Nacht”, sagte er, „sahen wir Untertassen, eine über der anderen, die Wendemanöver mit ungeheuren Geschwindigkeiten durchführten. Wir haben Photographien, um zu beweisen, was wir gesehen haben."

Anfang März gab mir Ken Purdy telefonisch die neuesten Recherche-Ergebnisse durch. Er hatte gerade einen Tip bekommen, daß während des Monats März mit einem rasanten Anstieg der Untertassen-Publizität gerechnet werden müßte - laut einer wichtigen Quelle in Washington. „Was dies wahrscheinlich bedeutet, wissen Sie”, sagte er, „dieselbe Sache nämlich, über die wir letzten Monat geredet haben. Aber warum bekommen wir im voraus einen Hinweis?"

"Es ist ein weiteres Steinchen im Mosaik”, sagte ich. „Wenn der Tip etwas taugt, dann werden sie ihr Programm hochfahren."

Innerhalb von drei Tagen begannen Sichtungsberichte hereinzufluten - von Peru, Kuba, Mexiko, der Türkei und anderen Teilen der Welt. Dann, am 9. März, wurde ein hellstrahlendes Objekt über Dayton/Ohio gesichtet. Beobachter auf dem Vandalia-Flugplatz riefen die Wright-Patterson Air Force Base an.

Dutzende von Air Force-Piloten sowie Bodenpersonal beobachteten die runde Scheibe, als Kampfflugzeuge aufstiegen, um sie zu verfolgen. Das mysteriöse Objekt strebte senkrecht aufwärts, schwebte für eine Weile kilometerhoch über der Erde und verschwand dann. In aller Eile wurde ein geheimer Bericht zur Zivilen Luftfahrtbehörde (Civil Aeronautics Authority) in Washington gesandt und dann dem Air Force-Geheim­dienst übergeben.

Bald danach meldete Dr. Craig Hunter, Direktor eines medizinischen Unternehmens, eine riesige elliptische Untertasse in geringer Höhe über Pennsylvania. Er beschrieb sie als metallisch, mit einem eingeschlitzten Außenrand und einem rotierenden Innenring.

Was aber allem die Krone aufsetzte, war, daß Tausende von Menschen in Farmington/New Mexico, eine große Formation von Scheiben beobachteten, die hoch über der Stadt vorüberflogen.

Während all dieser Sichtungsberichte weigerte sich die Air Force, die Existenz der fliegenden Untertassen einzugestehen. Am 18. März stellte sie mit Entschiedenheit geheime Raketen oder Flugkörper zur Erforschung des Raums in Abrede.

Drei Tage später [21. März] sah die Crew eines Flugzeugs der Chicago and Southern Airline [Fluggesellschaft] eine schnellfliegende runde Scheibe in der Nähe von Stuttgart/Arkansas. Der Flugkörper mit einem merkwürdigen blau-weiß blinkenden Licht stieg mit unglaublicher Geschwindigkeit in einem Bogen aufwärts. Die beiden Piloten sagten, daß sie beleuchtete Fenster auf der Unterseite sahen, als die Untertassen über ihnen davonflogen. Das Licht wies eine sanfte Fluoreszenz auf - dergleichen hatten sie noch nie gesehen.

Es gab einen seltsamen Aspekt bei diesem Arkansas-Vorfall. Offenkundig wurde kein Versuch gemacht, die beiden Piloten mundtot zu machen, wie es bei früheren Fluggesellschaft-Vorfällen geschehen war. Im Gegenteil wurde rasch ein Interview arrangiert, das der ganzen Nation zugänglich war. Flugkapitän Jack Adams und der Erste Offizier G. W. Anderson gaben zwei Statements ab:

"Wir sind fest davon überzeugt, daß die fliegenden Untertassen, die wir über Arkansas sahen, ein geheimes experimentelles Flugzeug waren - nicht Besucher aus dem All."

"Wir wissen, die Air Force hat in Abrede gestellt, daß an den fliegenden Untertassen etwas dran ist, aber wir sind beide erfahrene Piloten, die man nicht leicht zum Narren hält."

Als die Story erschien, diskutierte ich sie am nächsten Tag mit jemandem der Luftfahrtbehörde in Washington.

"Das ist eine komische Sache", sagte er, „die Air Force hätte diese Piloten - oder den Präsidenten der Fluggesellschaft - überreden können, den Vorfall totzuschweigen. Es sieht so aus, als wollten sie, daß die Story verbreitet wird."

"Sie meinen, die ganze Sache war lanciert?"

"Das würde ich nicht sagen, obwohl es so sein könnte. Wahrscheinlich sahen sie tatsächlich etwas. Aber man hat ihnen vielleicht gesagt, was sie darüber sagen sollten."

"Irgendeine Idee, warum?"

Er sah mich scharf an: "Sie und Purdy kennen wahrscheinlich die Antwort. Wenn ich raten soll, würde ich sagen, man könnte es geplant haben, um den Bericht des Navy-Kommandanten zu umschiffen - den über die Sichtungen von White Sands."

Der White Sands-Vorfall hatte viele Untertassen-Skeptiker verunsichert, weil es das Pentagon war, das den publizierten Bericht freigegeben hatte. Der Autor, Kommandant R. B. McLaughlin, war ein Navy-Offizier. Als Raketenexperte war er auf dem White Sands-Raketen-Testgelände in New Mexico stationiert. In seinem publizierten Artikel beschrieb er drei Scheiben-Sichtungen in White Sands.

Eine der Scheiben, ein riesiger elliptischer Flugkörper, der von Wissenschaftlern mit Präzisionsinstrumenten beobachtet wurde, wies eine Geschwindigkeit von siebeneinhalb Kilometern pro Sekunde auf. Das sind 24.000 km pro Stunde. Es wurde festgestellt, daß sich der Flugkörper 84 km über der Erde befand. Zwei andere runde Scheiben, die kleiner waren, wurden von fünf Beobachtungsposten auf Hügeln des Testgeländes beobachtet. Mit unglaublicher Geschwindigkeit kreisend, flogen sie neben einer Army-Rakete her, die gerade in die Höhe geschossen worden war, und rasten dann schneller als die Rakete davon.

Der Bericht des Kommandanten McLaughlin - mit Daten und faktischen Details - wurde vom Verteidigungsministerium freigegeben. So geschah es auch mit einer späteren Rundfunksendung.

Dann erfolgte die routinemäßige Leugnung durch die Air Force.

Warum wurde McLaughlin - einem regulären Navy-Offizier, der einer Sicherheitskontrolle unterlag - erlaubt, die Geschichte bekanntzugeben? War es ein unglaubliches Versehen? Oder war es Teil eines sorgsam ausgedachten Plans? Ich glaube, es war Teil eines ausgeklügelten Programms zur Vorbereitung der amerikanischen Bürger auf eine dramatische Enthüllung.

Ein Jahr lang habe ich die Manöver derjenigen, die hinter den Kulissen dieses Programm leiten, beobachtet. In den folgenden Kapiteln habe ich versucht, die seltsamen Entwicklungen in unserer Suche nach der Antwort zu zeigen: sorgfältig gelegte falsche Spuren, Holzwege, auf die wir uns begaben, unerwartete Hilfestellungen, vertrauliche Hinweise und verblüffende Widersprüche.

Es war ein kompliziertes Puzzlespiel. Nur wer alle Teile dieses komplexen Bildes sieht, kann einen Blick erhaschen auf die Hintergründe dieses hartnäckig verschleierten Geheimnisses.

Die offizielle Erklärung steht möglicherweise kurz bevor. Wenn sie schließlich erfolgt, dann wird, so glaube ich, dem amerikanischen Volk die ausgeklügelte Vorbereitung - auch die Täuschungs­manöver - vollständig gerechtfertigt erscheinen.


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